Ein Leserbrief von Regula Hoerner-Schlatter, ehemalige Gemeinderätin EVP, publiziert im Zürcher Unterländer am 21.9.2021:

Die Versuchung, einen positiven Rechnungsabschluss durch Landverkäufe zu realisieren, ist umso verlockender, je grösser die Infrastrukturwünsche der Bevölkerung sind oder je grösser das Loch in der Gemeindekasse ist. Dies zeigte das Beispiel der ehemaligen Familiengartenparzelle im Bergli. Nur dank dem Hinweis von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern kam dieses Grundstück, welches für öffentliche Bauten bestimmt war, nicht in den freien Verkauf, und eine Überbauung mit Alterswohnungen mit nahe gelegener Einkaufsmöglichkeit, einer Pflegewohngruppe sowie einer Kindertagesstätte konnte realisiert werden. Weitere Details finden Sie im Leserbrief von Jakob Briner im ZU vom 11. September. Ich kenne viele ältere Menschen, die froh sind, ihren Lebensabend in einer Alterswohnung im vertrauten Quartier verbringen zu können.

Wie schwierig es ist, geeignetes und erschwingliches Land für öffentliche Bauten zu erwerben, zeigen diverse Artikel im ZU. Bis 2025 scheint zum Beispiel der benötigte Schulraum gesichert, doch was passiert danach? Schon jetzt werden die Schulanlagen durch Erweiterungsbauten immer grösser und anonymer und immer mehr Kinder tummeln sich auf immer kleiner werdenden Aussenanlagen. Zur Not können Pausenplätze auf Turnhallendächern geplant werden, aber irgendwann ist auch diese Möglichkeit ausgeschöpft.

Gute Lösungen für alle Beteiligten sind im Baurecht möglich, dies zeigen die Erfahrungen von Zürich, Uster und weiteren Städten, sowie die Realisation der Generationen übergreifenden Siedlung Soligänter. In weiser Voraussicht hat die reformierte Kirchgemeinde das Land nicht verkauft, sondern im Baurecht abgegeben, damit die Baugenossenschaft Gstückt dieses zukunftsweisende Projekt realisieren konnte.

Verantwortungsvoll und weitsichtig denkend unterstützt auch eine Mehrheit der Rechnungsprüfungskommission des Gemeinderates diese zukunftsgerichtete Volksinitiative.

Anstatt kurzfristige Interessen in den Vordergrund zu schieben, braucht Bülach die Rechtsgrundlage für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Ich werde am 26. September ein überzeugtes Ja zur Volksinitiative «Boden für kommende Generationen» in die Urne legen.