Ein Leserbrief von Claudia Forni, Grüne Bülach, publiziert im Zürcher Unterländer am 21.9.2021:

Fussballplätze? Demokratische Bedenken? Von wegen. Die Gründe, warum die Bülacher Bodeninitiative so vehement und finanziell aufwendig bekämpft wird, offenbaren sich zwischen den Zeilen und in kurzen Kommentaren in den sozialen Medien. Ein Grundstückskauf werde «viel zu teuer bis unerschwinglich für den Normalbürger», schreibt der eine, wenn die Stadt «Land hortet», der andere.

Wie bitte? Sind wir hier in Singapur, wo die Wohnhäuser fast alle im Baurecht auf staatlichem Grund errichtet wurden? Sind wir in Wien, der Stadt, die als grösster Immobilienverwalter Europas bezeichnet wird? Nein: Wir sind nicht einmal in Biel, wo dank einer jahrzehntelangen aktiven Bodenpolitik die Stadt über genügend Grund und Boden verfügt, um ihn für eine selbstständige Wirtschaftsförderung einzusetzen.

In Bülach geht es vorerst einmal darum, den bestehenden und herzlich kleinen Grundbesitz der Stadt nicht zu verringern. Ob und mit welchen Mitteln weitere Landkäufe getätigt werden sollen, ist durchaus diskussionswürdig, aber nicht Gegenstand dieser Initiative.

Wer hat ein Interesse daran, dass die Stadt Bülach ihre Baugrundstücke verkauft? Nicht der sogenannte Normalbürger, nicht die einfache Bülacherin. Nicht sie werden das wertvolle Bauland kaufen, wenn der Sportpark Erachfeld dereinst durch den Verkauf der heutigen Fussballplätze finanziert wird. Sollte in den nächsten Jahren der Verkauf des städtischen Herti-Grundstücks beim Bahnhof als unerlässlich für die Umsetzung eines anderen Vorhabens bezeichnet werden: Die Käuferin ist ziemlich sicher eine grössere Immobilienfirma. Dasselbe gilt, falls der Verkauf einer Hälfte des Grundstücks am Cholplatz dereinst als Bedingung dargestellt wird, um auf der anderen Hälfte einen kleinen Park zu errichten.

Im Falle der Fussballplätze wurde ein zwingender Zusammenhang so lange herbeigeredet, dass der Verkauf ziemlich sicher die Zustimmung von zwei Dritteln des Stadtparlaments findet und folglich auch bei Annahme der Initiative zustande kommt. Die übrigen Landreserven der Stadt sollen jedoch möglichst für künftige Generationen erhalten bleiben.

Im Interesse der Zukunft: Ja zur Bülacher Bodeninitiative.